Freitag, 4. September 2015

Das ist gar nicht wertend gemeint, sondern eigentlich nur eine natürliche Antwort auf eine klischeehafte Frage: „Wir sind nächstes Wochenende in Hamburg.“ „Ach, geht Ihr ins Musical?“
Nein, tun wir nicht. Wir sind in Hamburg, weil Hamburg die schönste Stadt Deutschlands ist. Show text

Beschreibung

Und war dieser Sommer 2015 nicht schön? In Deutschlands Süden eindeutig viel zu heiß, wurden in Hamburg endlich all die vielen Cabriofahrer für ihre Autowahl belohnt. Aber auch Cabriofahren stand bei uns nicht auf dem Plan.
Also was machen wir in Hamburg an einem langen Sommerwochenende?

Sehenswürdigkeiten bietet Hamburg viel – Michel (oder genauer gesagt die Sankt Michaelis Kirche), Landungsbrücken, Hafen, Hafencity, Speicherstadt, Miniaturwunderland, Museen, Reeperbahn, Altona, Museumshafen Övelgönne, ... das wird wohl nie eine vollständige Liste – und man braucht auch viel Zeit, um alle zu sehen.

Seele baumeln lassen, die Stimmung der Stadt genießen, einfach nur ein schönes Sommerwochenende verbringen, dazu brauchen wir in Hamburg keinen Reiseführer mit Liste zum Protokollieren (besucht/gesehen/nächstes Mal).

Vor Sonnenuntergang

Hamburg im Sommer sollte eigentlich einen Besuch am Elbstrand beinhalten. Auch wenn es viele nicht gerade originell finden, so treffen sich vor allem wochentags (Mittwoch ist zu empfehlen) viele Leute nach Feierabend noch auf Bier, Fritz-Cola oder Rhabarberschorle in der Strandperle oder machen etwas weiter Richtung Övelgönne ein Picknick am Strand. Und ich kann nur sagen: Mitmachen!

 
Elbstrand
Feierabendbier in der Strandperle

Die Kulisse ist dabei das schönste: Elbabwärts im Westen neigt sich die Sonne dem Horizont und taucht alles in angenehmes Streiflicht, am anderen Elbufer scheinen die Kräne des Hamburger Hafens zum Greifen nahe und der Hintergrund wird gebildet von alten „Strandhäusern“ eng angeschmiegt an den steilen Hang, der zum Altonaer Balkon und den großen Villen mit weitem Elbblick. Ist nicht gerade Hafengeburtstag, tummeln sich nur wenige Wasserfahrzeuge, die großen Containerfrachter sind aber immer wieder ein Hingucker.

Picknick ist aber auch ein Stichwort, das bei sonnigem Wetter wochends tagsüber wie wochentags abends auch prima an die Alster passt. Der Alsterpark an der Außenalster bietet schöne Wiesenflächen (für diejenigen, die es sandfrei bevorzugen, sehr zu empfehlen) und einen etwas – vielleicht eher völlig – anderen Charakter.
Auf der Außenalster tummeln sich bei schönem Wetter viele, wirklich viele Wasserfahrzeuge. Besonders Jollensegeln ist auf der Außenalster etwa so normal wie Fußballspielen im Park. Und natürlich ist keine Hafen zu sehen, die Alster ist eher von Bäumen und Villen gesäumt mit Geschäftsbedäuden im Hintergrund.

 
Aussenalster
Picknicker und Wassersportler
 
Gesättigt
Sonnenuntergang genießen ...

Auf der einen Seite hat ein Picknick im Alterpark nicht den „Partycharakter“ des Elbstrands, ist dafür aber definitiv entspannter und der Spaziergang nach dem Essen zumindest einfacher (auf guten Wegen läuft es sich einfach besser als über Sand).

Nach Sonnenuntergang

Was macht man nun, nachdem man in den Sonnenuntergang gechillt hat? Man könnte sich dem Treiben an Elbstrand, in den Bars in Altona, an Elbe oder Alster, ... einfach treiben lassen.

Blue Hour
Da gibt es schon mal Gedränge unter den Fotografen ...
Canon EOS APS-C, EF-S 18-135mm IS STM, 18mm, ISO100, f7.1, 30s

Wir habe die Blue Hour genutzt für ein paar Fotos in der Speicherstadt, einen Abendspaziergang durch die Hafencity gemacht und den Abend mit einem Bierchen im Fleetschlösschen abgeschlossen.

 
Speicherstadt
Am Fleetschlösschen vorbei zum Maritimmuseum ...
 
Speicherstadt
... und wieder zurück, den Abend ausklingen lassen.

Was gibt es sonst noch?

Ok, Regenwetter ist irgendwie immer blöd. Museen hat Hamburg zwar genug, alleine in der Speicherstadt kann das Maritimmuseum Schiffsbegeisterte genauso einen ganzen Tag verschlucken wie Modellbaubegeisterte das Miniaturwunderland. Bei letzterem würde ich mit Anmeldung hingehen, da der Andrang normalerweise lange Wartezeiten beinhaltet.
Speicherstadt bietet aber bei schlechtem Wetter auch von außen eine tolle Kulisse, wenn sich die Backsteinfassaden in regennasser Straße spiegeln – nur im Sommer fehlt der dazu so passende Nebel über den Kanälen ein bisschen ...

   
Rathaus
Besichtigung und Stadtbummel

Wir haben diesmal einen Bummel durch Alsterarkaden und der nahen Einkaufsmeile mit einer kurzen Besichtigung des geschichtsträchtigen Rathauses verbunden. Das Gebäude im Stil der norddeutschen Neorenaissance mit seinem 112m hohem Turm ist gleichzeitig Rathaus und Parlaments- (Bürgerschaft) und Regierungssitz (Senat) der Freien- und Hansestadt Hamburg.

 
Elbtaxi
Hafenrundfahrt

Außerdem sind wir, als das Wetter langsam besser wurde, von der Elbphilharmonie bis Teufelsbrück mit öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren – für alle nicht-Hamburger: die HADAG Hafenfähren pendeln zum HVV-(Bus&Bahn)-Tarif die Elbe rauf und runter von Ufer zu Ufer. In unserem Fall an der Hafencity vorbei Richtung Landungsbrücken, weiter am Altonaer Kaispeicher und dem Kreuzfahrtterminal vorbei nach Övelgönne und noch weiter Richtung Teufelsbrück.

Övelgönne
Elbabwärts

Noch mehr?

Es gibt noch so viel mehr und so viel erzählenswerte Kleinigkeiten vom Eisessen bei den Eisprinzessinnen in Ottensen und das Kaffeetrinken und (glutenfreie) Torteessen in der Konditorei Eichel in Eimsbüttel über Frühstück an Elbe (Engel, Teufelsbrück) oder Alster (Hüftgold, Uhlenhorst) und Fischbrötchen am Fischmarkt.
Oder nicht erzählenswerte Dinge wie den völlig überfüllten Ice Creme Market in den Schanzenhöfen oder die abends völlig verlassene Speicherstadt und Hafencity (erinnert mich an City of London, wo die Bars für das Feierabendbier der Geschäftsleute auch nur bis 22Uhr geöffnet haben und der gesamt Stadtteil danach regelrecht ausgestorben ist).
Aber ich möchte ja keinen Reiseführer schreiben, sondern nur ein paar Fotos mit Text bloggen, damit das hier nicht völlig verwaist ;-) Ach ja, und wir waren wirklich noch nie in Hamburg in einem Musical ...

Sonnenuntergang
Ein letzter Blick ...

Achso, und genau so verabschieden wir uns gern von Hamburg, bevor wir uns über die A7 auf den Weg Richtung Süden machen: mit einem Sonnenuntergang am Eurokai/Burchardkai ...

Essen und Trinken

Tapasbar El Iberico, Altona
Edel anmutend und doch so freundlich und persönlich. Das Essen war hervorragend, Rotwein über die Schulter eingeschenkt ein Erlebnis, und die Leute sind wirklich nett.

Fleetschlösschen, Speicherstadt
Ob Fritz-Cola, Rabarberschorle, ein Bierchen oder ein kleiner Snack – das Fleetschlösschen hat auf seinem engen Raum eine besondere Atmosphäre (zumindest für uns).

Eisprinzessinnen, Ottensen
Das beste Eis in Hamburg ~find~, mit Liebe gemacht und mit dem gewissen Etwas. Die Auswahl ist überschaubar, dafür aber qualitativ umso besser – und Eis wie Milchshake im Glas statt im Becher find ich eine klasse Idee.

Fischbrötchen
Das beste Fischbrötchen in Hamburg ist ungefähr so umstritten wie das beste Franzbrötchen. Ich nehme gerne Meinungen entgegen und probiere es aus ... wir hatten leckeren Brathering irgendwo in der Großen Elbstraße und haben nochmal nachgeholt, weil lecker ;-)

Frühstück
Ob Frühstücksbüffet im Engel am Teufelsbrück oder kleiner Frühstücksteller mit Kaffee im Hüftgold – was wir leider immernoch nicht gefunden haben ist eine italienische Bar mit Espresso und Hörnchen (in italiano si dice caffè e brioches).

Ausrüstung

Für ein langes Wochenende in Hamburg bietet sich das große Reisepaket an: Standardzoom (weil Standard), Ultraweitwinkel (für Architektur, etc), Portraitlinse (zum Momente einfangen), Stativ (für Nachtaufnahmen).
Ok, es geht auch ohne Kamera, weil Hamburg einen auch ohne Fotografie beschäftigt ...


Auch diesmal wieder: Danke sehr fürs Lesen (oder in diesem Fall fürs Kucken) und bis zum nächsten Mal.